Arnsberg. Das Feuerwehrmuseum „Brennpunkt“ unweit des Bürgerzentrums Arnsberger Bahnhof ist seit ein paar Tagen um eine Rarität reicher. Ein Löschfahrzeug, Typ LF 16-TS, Baujahr 1956, komplettiert jetzt als viertes Auto den Magirus Rundhauber-Löschzug.

Zur Vorgeschichte: Die Chefs der bundesweiten Feuerwehrmuseen treffen sich einmal im Jahr zum Gedankenaustausch. Mit dabei auch Franz-Josef Berting, seit vielen Jahren umtriebiges Triebwerk des Arnsberger Museums „Brennpunkt“. Berting kam vor einiger Zeit mit Günter Blume, Leiter des Feuerwehrmuseums Heiligenhaus (Kreis Mettmann), ins Gespräch. Hierbei unterhielten sich die beiden Museumsexperten auch über die Problematik der fehlenden Unterbringungsmöglichkeiten für die vielen historischen Gegenstände aus Privatbesitz, die nach Restaurierung in einem Museum ausgestellt werden könnten, aber derzeit noch in Hallen oder Großgaragen untergebracht sind; was meist mit Mietzahlungen verbunden ist. „Wenn ihr mal einen Rundhauber übrig habt, könnt ihr euch bei uns melden“, hatte der Arnsberger Franz-Josef Berting damals mehr scherzhaft gesagt. Das Museum Heiligenhaus hatte tatsächlich einen Magirus Rundhauber in einer nicht genutzten Fabrikhalle stehen. Der Pachtvertrag war gekündigt worden und man suchte jetzt ein Museum oder einen Interessenten für das Fahrzeug. Da kam die Anfrage aus dem Sauerland gerade recht. Denn exakt dieses Modell passte in die Arnsberger Magirus-Rundhauber Sammlung.

Neben den schon vorhandenen Löschfahrzeugen TLF 16 (Baujahr 1957), LF 16 (Baujahr 1961) und der Drehleiter DL 25-2 (Baujahr 1954) wäre, wenn das Geschäft klappen sollte, mit dem Heiligenhauser LF 16-TS ein vorschriftsmäßiger Löschzug komplett. Und das Geschäft hat geklappt. Am Mittwochabend wurde das derzeit nicht fahrbereite Feuerwehrauto mit einem Tieflader des Technischen-Hilfswerks von Heiligenhaus nach Düsseldorf überführt. Von dort aus trat der Feuerwehr-Oldtimer am Donnerstagmorgen die Fahrt nach Arnsberg an. Düsseldorfs THW-Ortsbeauftragter Rolf Sommer ließ es sich nicht nehmen, selbst am Steuer der Zugmaschine zu sitzen. Pünktlich um 11 Uhr fuhr der Schwertransport dann, standesgemäß mit eingeschaltetem Blaulicht, am Feuerwehrmuseum „Brennpunkt“ vor. Der Rest war, wie von der Feuerwehr gewohnt, Routine. Robert Schauerte von Verein „Arnsberger Feuerwehr-Historie“ zog mit seinem Traktor das fast zehn Tonnen schwere Löschfahrzeug mithilfe einer Schleppstange vom Tieflader und bugsierte es in die Garage. Zahlreiche Zuschauer hatten sich eingefunden und dokumentierten die Aktion mit ihren Smartphones. Für die Arnsberger Museumsmannschaft beginnt allerdings erst jetzt die Arbeit, denn an dem Fahrzeug gibt es noch eine Menge zu tun. Bremsen erneuern und den Anlasser austauschen sind ebenso wichtige Aufgaben für die Brandschützer wie das Fahrzeug auf Hochglanz zu polieren, damit es sich würdig neben den anderen Rundhaubern präsentieren kann. Interessierte können beim großen Familientag am 1. Mai schon mal einen Blick auf den „neuen“ Rundhauber werfen, auch wenn es zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig restauriert ist. Dafür gibt es am Maifeiertag eine Menge andere Dinge zu sehen. Neben der Besichtigung des Museums werden von 11 bis 18 Uhr viele Aktionen „rund um die Feuerwehr“ angeboten. Infos unter www.brennpunkt-arnsberg.de

 Info-Box:

Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS ist ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr mit einer vorgebauten Feuerlöschpumpe FP 16/8 mit einer Förderleistung von 1600 Litern Wasser pro Minute bei 8 bar Druck und einer ins Heck eingeschobenen Tragkraftspritze TS 8/8 mit einer Pumpenleistung von 800 Litern/Min.

Das Fahrzeug verfügt mit 600 Meter B-Schlauch und 240 Meter C-Schlauch über eine große Menge an Schlauchmaterial und wird, z.B. bei Wald- und Heidebränden, zur Löschwasserförderung über lange Wegestrecken eingesetzt. Die Besatzung (1:8) besteht aus Fahrer, Gruppenführer und Melder sowie jeweils zwei Einsatzkräften als Angriffstrupp, Wassertrupp und Schlauchtrupp.

 Quelle: Wolfgang Becker