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121201-WP-Foto. TJ - Preis Junges Ehrenamt - webArnsberg.   Ein Stück Zukunft des Arnsberger Brandschutzes liegt in seinen Händen. Tobias Jakob ist seit dem Jahr 2011 Stadtjugendfeuerwehrwart – ein Ehrenamt in einer Schlüsselposition bei der dringend notwendigen Vorbereitung der Freiwillige Feuerwehr auf die Herausforderungen des demografischen Wandels. Der Feuerwehr droht bald ein massives Personalproblem.

„Die Jugendarbeit ist der Hauptfaktor für die Rekrutierung“, sagt Tobias Jakob, „Quereinsteiger in die Feuerwehr gibt es fast gar nicht“. Der 29-jährige Neheimer ist selbst den Weg durch die Jugendfeuerwehr gegangen, in die er 1997 eingetreten war. 2001 wechselte er in den aktiven Dienst, wurde Ausbilder (2002) und später Zugführer (2007) der Jugendfeuerwehr. Die Nachwuchsarbeit macht ihm Spaß. „Es ist schön zu sehen, wie aus Jugendlichen erwachsene Menschen werden und ein Feuerwehrmann von Klein auf entsteht“, erzählt Jakob.

Als junger Familienvater, fest verankert im Sauerland, ist er die Idealbesetzung für diese Aufgabe. Die Feuerwehr nimmt Tobias Jakob ein. An vier Tagen in der Woche ist er jeweils gut drei Stunden mit der Wehr beschäftigt – im aktiven Dienst als Oberbrandmeister oder für die Jugendfeuerwehr. Nicht, dass er sonst nichts zu tun hätte.

Nach dem Besuch der Realschule Neheim wurde er Verfahrensmechaniker und arbeitet inzwischen als stellvertretender Schichtleiter beim Neheimer Unternehmen BJB. Auf dem Dolberg hat er gebaut, ist verheiratet und hat einen zweijährigen Sohn. „Auf die Familie muss man natürlich Rücksicht nehmen“, sagt Tobias Jakob. Er muss nicht mehr der sein, der nach Kameradschafts- und Übungsabenden die Wache abschließt. Und doch legt er Wert darauf, dass Kameradschaft und Miteinander als wichtige Tugend der Feuerwehr auch in Zukunft nicht zu kurz kommen dürften.

Zu vermitteln ist das auch in der Jugendfeuerwehr. Feuerwehr, so der Stadtjugendfeuerwehrwart, sei kein Einzelkampf. Teamfähigkeit müsse früh gelernt werden. Die inhaltliche Gestaltung der Jugendfeuerwehrarbeit ist im Wandel. Das Eintrittsalter wurde auf zehn Jahre heruntergesetzt.. „Wir wollen früher an den Startplätzen sein“, sagt Tobias Jakob. Die Kinder sollen die Feuerwehr kennenlernen, ehe sie durch andere Hobbys und Interessen belegt sind. Perspektivisch ist daher auch eine „Kinderfeuerwehr“ in Arnsberg geplant.

Die Zielgruppe wird jünger und dadurch ändern sich auch die Anforderungen an die Jugendfeuerwehr und ihre Ausbilder. „Unsere Arbeit muss pädagogischer werden“, sagt Tobias Jakob, „wenn ein Kind zu uns kommt, haben wir nämlich nur eine Chance“. Wer einmal die Jugendfeuerwehr verlässt, kommt in der Regel nicht zurück und fehlt später als Brandlöscher im aktiven Dienst. Jugendarbeit in der Feuerwehr ist daher eine Aufgabe von gesellschaftlicher Relevanz.

Die Jugendfeuerwehr will die Chancen nutzen. Und so geht es längst nicht nur um feuerwehrtechnische Schulung, sondern um Gemeinschaft und allgemeine Jugendarbeit. Jugendlager, Städtetouren und Ausflüge. „Bei uns wird nicht gedrillt“, sagt Tobias Jakob, „der Freizeit- und Spaßfaktor nimmt eine große Rolle ein“. Das zahlt sich aus. 154 Kinder und Jugendliche werden derzeit in zwei Arnsberger Zügen im Raum Neheim und Arnsberg ausgebildet und betreut. Tobias Jakob freut sich, dass auch 15 Mädchen und inzwischen auch erste Migranten-Kinder in der Jugendfeuerwehr engagiert sind. „In diesem Bereich müssen wir aber noch ‘was tun“, so Jakob. Dabei hat die Jugendfeuerwehr-Arbeit im ländlichen Raum ein grundsätzliches Problem. Viele Jugendliche verlassen die Stadt nach Schule und Ausbildung. „Aber wenn unsere Leute später woanders ihren Feuerwehrdienst weiterleisten, haben wir auch etwas erreicht“, sagt Tobias Jakob.


Die WESTFALENPOST hat gemeinsam mit RWE Vertrieb und der Brauerei VELTINS unter http://www.derwesten.de/wp/staedte/arnsberg/voting-junges-engagement-id7345419.html ein ONLINE-VOTING für das „Junge Engagement“ online gestellt. Wir würden uns über Eure Stimme für unseren Stadtjugendfeuerwehrwart Tobias Jakob freuen! Also: Gleich mitmachen und für Tobias voten (Tobias ist Nr. 8 der Liste der Textbeiträge - Foto Nr.9)!!

(Quelle: WESTFALENPOST vom 01.12.2012)