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Letzter Einsatz: >Ölspurbeseitigung - Ausgelaufener Dieselkraftstoff< am 16.07.2019 um 15:39 Uhr

Ein kleines, unauffälliges Gerät am Handgelenk, kaum größer als eine SmartWatch, unterstützt seit Anfang des Monats die Retter im Einsatz, besonders aber auch die berufliche Ausbildung kommender Generationen von Rettungsfachkräften. Es empfängt alle wichtigen Daten des mobilen EKG-Gerätes und stellt diese dar. „Neben medizinischen Kenntnissen und Empathie benötigt ein guter Notfallsanitäter auch ein extrem hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein“, so der leitende Praxisanleiter Wilms. Genau hier soll die neue Technik einhaken, denn bisher war Verantwortungsbewusstsein nur schwerlich trainierbar. Zwar lassen sich viele medizinische Vorgehensweisen in sehr realitätsnahen Simulationen trainieren, es ist und bleibt aber meist eine Puppe als Patient. Hier fehlt eine emotionale Bindung, ein Stück Menschlichkeit, um eben das Gefühl von Verantwortung für einen Patienten zu erfahren.

„Die Uhr gibt unseren Praxisanleitern die Möglichkeit uns als Auszubildende, im wahrsten Sinne des Wortes, mit etwas mehr Abstand zum Einsatzgeschehen zu beobachten. Wir untersuchen und versorgen den Patienten selbstständig, über das Display am Handgelenk, verfolgen die Praxisanleiter die Situation mit bis zu 10 Meter Abstand. Sie sehen Veränderungen und können daher nach wie vor zügig eingreifen, wenn sich Schwierigkeiten entwickeln könnten.“, erzählt Sandra Stoppel, sichtlich von der neuen Technik begeistert. Die Nähe schafft für alle im Einsatz beteiligten Sicherheit, die mögliche Distanz erlaubt es aber Eigenverantwortlichkeit zu spüren und den Umgang damit bereits früh zu erlernen. 

„Handlungskompetenz beruht nicht nur auf Fertigkeiten, sondern vor allem auf dem Mut Entscheidungen zu treffen. Das können wir nun deutlich besser lernen, da eben diese Distanz uns gefühlt mehr in die Pflicht nimmt selbst den Überblick zu behalten, Optionen abzuwägen und dann die richtige Entscheidung zu treffen“ ergänzt Marc Kloß. Überblick schafft das Gerät aber auch im Einsatz ohne Auszubildende. Mit etwas Distanz lassen sich komplexe medizinische Situationen besser erfassen, und im Team abarbeiten. Durch die „Uhr“ bleiben aber alle auf einem zuverlässig hohen Wissensstand, denn Informationsdefizite werden zuverlässig minimiert.

Die neuen Geräte sind auf allen 3 durch Mitarbeiter der Stadt Arnsberg besetzten Rettungswagen verfügbar. Arnsberg stellt damit den ersten Rettungsdienst in NRW dar, der diese innovative Technik zum Wohle von Patienten nutzt und auch das bessere Lernen neuer Notfallsanitäter unterstützt. Während der 3jährige Ausbildung werden Auszubildende in ihren praktischen Lernphasen auf den Rettungswagen der Stadt durch Praxisanleiter begleitet. Diese speziellen Notfallsanitäter sind nicht nur medizinisch zusätzlich weitergebildet, sie sind auch eng betreuende Lehr-Fachkräfte. Maximal drei Auszubildenden steht ein Praxisanleiter als Mentor während der Dauer der Ausbildung zur Seite, fördert und fordert Lernprozesse und gibt individuelle Hilfestellungen, wenn nötig.